Standortsuche

Ich wohne in Little San Francisco, zumindest nennt man die Toosbüystraße in Flensburg aufgrund ihres starken Gefälles und der typischen Architektur so. Fehlt nur noch die Straßenbahn.

Von der Umgebung wäre der Standort perfekt. Es gibt einen Park direkt hinter der Häuserzeile, jede Menge alten Baumbestand und in Flugweite der Bienen mindestens zwei weitere Parks. Einzig und allein, der Platz in Form eines Gartens fehlt. Wohin also mit den Bienen?

"Aufs Dach", war mein erster Gedanke – zumindest bis der Sturm Christian das Dach der Flensburger Uni heruntergeweht hat. Danach war ich mir nicht mehr so sicher. Ich kann einen Bienenstock so gut ich will an ein Dach befestigen, es nützt alles nichts, wenn das Dach mit runterkommt.

Nach einem kurzen Brainstorming kam ich auf ein paar Alternativen:

  • bei Freunden im Garten / Schrebergarten
  • eigenen Schrebergarten mieten
  • auf dem Campus der Hochschulen
  • bei einem anderen Imker

Wozu ein Barcamp alles gut sein kann

Ganz unabhängig von der Suche nach einem Standort war ich Ende April auf dem 1. Flensburger Barcamp. Dort duzten sich die lokalen Nerds die digitale Elite Flensburgs mit den Menschen aus Politik und Wirtschaft. Unter den Gästen erspähte ich Holger Watter, den Präsidenten der Hochschule Flensburg. Kurzerhand sprach ich ihn an und stellte meine Idee mit den Bienen auf dem Campus vor.

Anscheinend ist es wohl so, dass der Campus zu wenig Bestäuber hat und Bienen ganz gut vertragen könnte. Es folgte ein kurzes Gespräch über meine Motivation der Bienenhaltung und wie man die Bienen in die Lehre integrieren könnte. Am Ende verwies er mich an das Gebäudemanagement, bei dem ich die Woche darauf vorstellig wurde. Auch hier war man begeistert von der Idee und zeigte mir den möglichen Stellplatz, der einfach perfekt ist.

Der Standort ist umsäumt von Hecken, Bäumen und liegt etwas erhöht aber versteckt, so dass dort niemand einfach mal so vorbeikommt. In unmittelbarer und mittlere Reichweite kommen Gräser, Kirsch- und Apfelbäume, sowie Brombeeren als Tracht in Frage. Im weiteren Radius gibt es Schrebergärten mit Blumen und nicht zuletzt gibt es noch den Campus der Uni mit vielen Gräßern und Blumen. Last but not least: Wasser gibt es in 1 km.

Noch ein Angebot

Später als ich meine Kiste schon aufgestellt hatte, bekam ich ein weiteres Angebot kam von einem Freund, der im Garten gern Bienen hätte, aber sich nicht die Arbeit aufhalsen möchte. Ich könnte doch meine Bienen bei ihm in den Garten unterstellen. Darauf werde ich gern noch zurückkommen, da sein Garten vollkommen mit Wifi ausgeleuchtet ist und sich mir dort die Möglichkeit bietet einen Bienenstock aufzustellen, der Daten (Gewicht, Temperatur, Feuchtigkeit, Ein/Ausfliegende Bienen) erhebt und visualisiert. Dazu aber irgendwann mehr.

Fazit

Ich hatte ständig das Gefühl offene Türen einzurennen, wenn es um Bienen geht. Die Menschen, mit den ich wegen eines Standorts in Kontakt getreten bin, waren immer sofort angetan, haben mir einen angeboten, hatten selbst mal Bienen oder kennen jemanden.

Gleich beim ersten Versuch einen Volltreffer zu landen hat mich unendlich gefreut und gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Ich kann jedem, der einen Standort für seine Bienen sucht, dazu ermutigen, mal kreativ um die Ecke zu denken. Irgendwo wartet das Paradies für Euere Bienen.

Stefano Kowalke

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Flensburg

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